Kuratorenteam

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Bianca Hambusch M. A.
Kunsthistorikerin und Ethnologin

„Für mich stellt die Main Art einen transkulturellen Raum dar, in dem die Kunst die Menschen an ihren persönlichen Standpunkten abholt und zu neuen Horizonten führt. Alte Stereotypen sollen dabei abgebaut, nationales und trennendes Denken dekonstruiert werden. Gerade im Zeitalter der zweiten industriellen oder besser digitalen Revolution ist – wie um 1900 – die Kunst ein Weg, um aus dem grauen Alltag entfliehen zu können und die Sinne neu zu animieren.“

Bianca Hambusch ist seit 2013 Doktorandin an der TU Dresden und forscht über die argentinische Kunstgeschichte. Als Kunsthistorikerin und Ethnologin reist sie viel und setzt ihre Cross-Over-Inspirationen in Projekten und im Beruf um.

Schon früh reiste Bianca Hambusch nach England, Frankreich, Irland und Spanien, um Sprachen in ihren kulturellen Kontexten zu lernen. Von 2006 bis 2013 nahm sie im Verlauf ihres Studiums an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg u.a. an Kursen zum nationalen und internationalen Kunstmarkt teil und setzte sich mit der Präsentation von Kunst in Museen und auf Kunstmessen auseinander. Praktische Erfahrungen sammelte sie in den Reiss-Engelhorn-Museen (2008 und 2011), der Staatlichen Stiftung für Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg (seit 2012) sowie der Firma tms-multimedia (seit 2012) und initiierte ein Musik-Projekt mit argentinischer Klassik am Moll-Gymnasium Mannheim (Mai 2012). Ihre Reisen führten sie in dieser Zeit durch Europa und wiederholt nach Argentinien. Für ihre Magisterarbeit über das italienische Vereinsgebäude Società Unione Operai Italiani in Buenos Aires erhielt Bianca Hambusch ein Stipendium vom DAAD. Im Anschluss reiste sie nach Südostasien. Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung an der Technischen Universität Dresden ist das Werk des mailändischen Architekten Virginio Colombo (1884-1927) in Buenos Aires.

 

portrait-ecl-kopieElisabeth Claus
Leiterin des Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V.

„Als Leiterin eines Kunstvereins sehe ich mich als Vermittlerin zwischen aufgeschlossenen Bürgern – Kindern und erwachsenen Kunstbetrachtern – und der zeitgenössischen und experimentellen Kunst, um den Blick für die subversiven und bereichernden Impulse heutigen Kunstschaffens zu öffnen und Bürgern kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
Wenn wir Kunst als sozialen Prozess begreifen, in dem der Rezipient durch seine verstehende Reaktion dem Kunstwerk erst die gesellschaftliche Relevanz gibt, so ist die Kunstvermittlung der wichtige Agent, denn ohne den sinngebenden Nachvollzug des Betrachters bleibt das Kunstwerk unvollendet.“

Elisabeth Claus ist seit 1991 Leiterin des Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V. und engagiert sich als Kuratorin für zeitgenössische Kunst sowie als Kunstkritikerin für verschiedene Kunstmagazine und Zeitungen.

Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften, Geschichte, Kunstgeschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Pädagogik an der Universität in Würzburg war sie als Lehrerin am Gymnasium sowie als freie Journalistin und Organisatorin von Kunstausstellungen aktiv. Auch leitete sie von 1977 bis 1983 einen Literaturverein, bevor sie bis 1989 nach Kairo, Ägypten auswanderte und dort Herausgeberin des einzigen deutschsprachigen Monatsmagazins (papyrus) wurde. In Ägypten engagierte sie sich weiter als freie Journalistin, Kuratorin, Kunstkritikerin und Organisatorin von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In Zusammenarbeit mit der Ain-Shams-Universität Kairo und dem Goethe-Institut Kairo hielt sie zahlreiche Vorträge, leitete Seminare und organisierte Literatur- und Tourismusprojekte. Ein für sie wichtiges Projekt war die Arbeit an Entwicklungsprojekten der GTZ in arabischen Ländern mit besonderem Schwerpunkt auf Projekten mit Beduinenfrauen. Zurück in Deutschland nahm Elisabeth Claus bis zu ihrer Pensionierung 2013 die Lehrtätigkeit am Gymnasium erneut auf.

 

Nadine Hahn, M.A.
Kunsthistorikerin

„Die Begegnung mit Kunst als eine Auseinandersetzung mit Weltentwürfen ist mehr als das Bedienen allseitiger Erwartungen. Im Anecken und Entgegentreten werden dialogische Prozesse ausgelöst, die einförmige Repräsentationen in Bewegung bringen können. Da in der Intensität wahrer Gegenwärtigkeit, die auch hunderte von Jahren alten Objekten anhaften kann, das Potenzial liegt, gesellschaftliche Fragestellung zu verhandeln, gilt es, den Zugang zu Information und Kontext so zu gestalten, dass jede Person die Möglichkeit hat, ihre Fragen an die Kunst zu stellen.“

Nadine Hahn studierte europäische Kunstgeschichte, Ethnologie und Philosophie in Heidelberg und Lyon und fordert sich seitdem als freiberufliche Kunsthistorikerin in unterschiedlichen Projekten immer wieder selbst heraus.

Nach ihrer Magisterarbeit zu Peter Roehr arbeitete sie das Archiv des Frankfurter Künstlers als freie Mitarbeiterin am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt für eine Onlinepräsentation auf und hat sich in diesem Zusammenhang intensiv mit digitalen Strategien des Sammlungs- und Archivmanagements und nachhaltigen Erschließungskonzepten auseinandergesetzt. Als Folgeprojekt bereitet sie derzeit eine Präsentation des Archivs des Schweizer Kunsthistorikers und Kurators Jean-Christophe Ammann vor. Parallel zu diesen theoretischen Themenfeldern sammelte Nadine Hahn über verschiedene Tätigkeiten in Galerien und Ausstellungshäusern Erfahrungen im praktischen Ausstellungsbetrieb. Seit 2014 begleitet sie als freie Kuratorin die Ausstellungsreihe PARTI-cipation in Kooperation mit der Galerie Hafemann in Wiesbaden, bei der jährlich eine künstlerische Position des Galerienprogramms in Form einer spezifischen Ausstellung am Ursprungsort des Kunstschaffenden ergründet wird. Die Ausstellungsreihe führte das Team bereits in die niederländische Hauptstadt Amsterdam, nach Óbidos am brasilianischen Amazonas und ins Rhönmuseum der nördlichsten Stadt Bayerns, Fladungen. Das nächste Projekt in Seoul, Südkorea ist bereits in Planung.