Kuratorenteam 2020

portrait-ecl-kopieElisabeth Claus
Leiterin des Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V.

„Als Leiterin eines Kunstvereins sehe ich mich als Vermittlerin zwischen aufgeschlossenen Bürgern – Kindern und erwachsenen Kunstbetrachtern – und der zeitgenössischen und experimentellen Kunst, um den Blick für die subversiven und bereichernden Impulse heutigen Kunstschaffens zu öffnen und Bürgern kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
Wenn wir Kunst als sozialen Prozess begreifen, in dem der Rezipient durch seine verstehende Reaktion dem Kunstwerk erst die gesellschaftliche Relevanz gibt, so ist die Kunstvermittlung der wichtige Agent, denn ohne den sinngebenden Nachvollzug des Betrachters bleibt das Kunstwerk unvollendet.“

Elisabeth Claus ist seit 1991 Leiterin des Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V. und engagiert sich als Kuratorin für zeitgenössische Kunst sowie als Kunstkritikerin für verschiedene Kunstmagazine und Zeitungen.

Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften, Geschichte, Kunstgeschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Pädagogik an der Universität in Würzburg war sie als Lehrerin am Gymnasium sowie als freie Journalistin und Organisatorin von Kunstausstellungen aktiv. Auch leitete sie von 1977 bis 1983 einen Literaturverein, bevor sie bis 1989 nach Kairo, Ägypten auswanderte und dort Herausgeberin des einzigen deutschsprachigen Monatsmagazins (papyrus) wurde. In Ägypten engagierte sie sich weiter als freie Journalistin, Kuratorin, Kunstkritikerin und Organisatorin von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In Zusammenarbeit mit der Ain-Shams-Universität Kairo und dem Goethe-Institut Kairo hielt sie zahlreiche Vorträge, leitete Seminare und organisierte Literatur- und Tourismusprojekte. Ein für sie wichtiges Projekt war die Arbeit an Entwicklungsprojekten der GTZ in arabischen Ländern mit besonderem Schwerpunkt auf Projekten mit Beduinenfrauen. Zurück in Deutschland nahm Elisabeth Claus bis zu ihrer Pensionierung 2013 die Lehrtätigkeit am Gymnasium erneut auf.

 

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Lena Giegerich
Kultur- und Medienpädagogin
Volontärin des Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V.

„Als Kulturpädagogin verstehe ich die Kunst als einen wichtigen Erfahrungsraum, der jeder/-m bedingungslos zugänglich sein muss. Denn durch das Lösen von eigenen Gewohnheiten ermöglicht die Begegnung mit den Exponaten mehr als eine rein ästhetische Erfahrung – es entsteht die Chance neue Blickwinkel zu erhalten und sich kritisch mit Inhalten und dem Selbst auseinanderzusetzen. Damit bietet die Kunst einen Ort der Bildung, Reflexion gegenwärtiger Wirklichkeiten, Steigerung des Bewusstseins und Sensibilisierung der Sinne – Fähigkeiten, die in einer sich stetig wandelnden Welt von immenser Relevanz sind.“

Lena Giegerich studierte von 2015 bis 2019 Kultur- und Medienpädagogik an der Hochschule Merseburg. In dieser Zeit organisierte sie in Zusammenarbeit mit KommilitonInnen mehrere kulturelle Projekte und Veranstaltungen im Raum Merseburg-Leipzig und nahm u.a. an Seminaren zur Kulturgeschichte, Kultur- und Veranstaltungsmanagement und Kulturrecht teil. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit forschte sie nach den Ursachen für das Ausbleiben eines jugendlichen Publikums in Kunstausstellungen.

Seit Februar 2019 arbeitet Lena Giegerich als wissenschaftliche Volontärin im Neuen Kunstverein Aschaffenburg e.V., wo sie mit den vielfältigen Aufgaben der Ausstellungsvorbereitung, -durchführung und -betreuung betraut ist.

Parallel zu ihrem Volontariat initiierte und organisierte sie mit drei Projektpartnerinnen 2019 das Kultur- und Bildungsfest „FairFestival“ zu den Themen Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Fairem Handel in Mömlingen.

 

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Bianca Hambusch M. A. (Derzeit im Mutterschutz)
Kunsthistorikerin und Ethnologin

„Für mich stellt die Main Art einen transkulturellen Raum dar, in dem die Kunst die Menschen an ihren persönlichen Standpunkten abholt und zu neuen Horizonten führt. Alte Stereotypen sollen dabei abgebaut, nationales und trennendes Denken dekonstruiert werden. Gerade im Zeitalter der zweiten industriellen oder besser digitalen Revolution ist – wie um 1900 – die Kunst ein Weg, um aus dem grauen Alltag entfliehen zu können und die Sinne neu zu animieren.“

Bianca Hambusch ist seit 2013 Doktorandin an der TU Dresden und forscht über die argentinische Kunstgeschichte. Als Kunsthistorikerin und Ethnologin reist sie viel und setzt ihre Cross-Over-Inspirationen in Projekten und im Beruf um.

Schon früh reiste Bianca Hambusch nach England, Frankreich, Irland und Spanien, um Sprachen in ihren kulturellen Kontexten zu lernen. Von 2006 bis 2013 nahm sie im Verlauf ihres Studiums an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg u.a. an Kursen zum nationalen und internationalen Kunstmarkt teil und setzte sich mit der Präsentation von Kunst in Museen und auf Kunstmessen auseinander. Praktische Erfahrungen sammelte sie in den Reiss-Engelhorn-Museen (2008 und 2011), der Staatlichen Stiftung für Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg (seit 2012) sowie der Firma tms-multimedia (seit 2012) und initiierte ein Musik-Projekt mit argentinischer Klassik am Moll-Gymnasium Mannheim (Mai 2012). Ihre Reisen führten sie in dieser Zeit durch Europa und wiederholt nach Argentinien. Für ihre Magisterarbeit über das italienische Vereinsgebäude Società Unione Operai Italiani in Buenos Aires erhielt Bianca Hambusch ein Stipendium vom DAAD. Im Anschluss reiste sie nach Südostasien. Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung an der Technischen Universität Dresden ist das Werk des mailändischen Architekten Virginio Colombo (1884-1927) in Buenos Aires.

 

english version:

 

Elisabeth Claus
Head of the New Art Society Aschaffenburg e.V. 

“As head of the Art Society, I see myself as a conduit between a broad-minded public – both young and old – and contemporary and experimental art, as a means of opening the public’s eye to the subversive and rewarding impulses of modern artistic creativity and enabling them to participate in it.
 If we look at art as a social process, in which the consumer gives the work of art its social relevance through his or her understanding of it, then the communication of art is the catalyst, because without the intelligent appreciation of the observer, the work of art remains incomplete.”

Elisabeth Claus is head of the New Art Society Aschaffenburg since 1991. She is a much sought-after art critic for a number of art magazines and newspapers, and is a sincerely dedicated curator of contemporary art.

After completing her studies of Literature, History, Sociology, Political Science, Psychology and Educational Science at the University of Würzburg, she taught in high schools, then worked as a journalist and an organiser of art exhibitions for several years. From 1977 to 1983 she headed a literary society, and moved in 1983 to Cairo, where she became editor of the only German language monthly magazine there, Papyrus.  In Egypt, she was highly active as a freelance journalist, curator, art critic, and organiser of art exhibitions. In cooperation with the Ain-Shams University and the Goethe Institute of Cairo, she gave numerous popular lectures, organised seminars and a host of touristic and literary projects. Especially dear to her heart was the work she did for development projects of the GTZ in Arabian countries, and especially the projects supporting Bedouin women. After returning to Germany, she went back to high school teaching until retiring in 2013.

 

 

Lena Giegerich
Culture and Media Teacher
Trainee at the Art Society Aschaffenburg e.V. 

“As a teacher of culture, I see art as a significant realm of experience, which should ideally be accessible to everyone. By separating oneself from the day-to-day, the encounter with art objects becomes more than merely an aesthetic experience – new perspectives, new windows of opportunity will appear to allow a critical examination of both the artistic content and of oneself.  In this way, art presents itself as a place of educational formation, of reflexion on contemporary realities, a heightening of consciousness, and a sharpening of the senses – all competencies of immense relevance in a constantly changing world.”

Lena Giegerich studied Culture and Media Pedagogy from 2015 to 2019 at the Merseburg College. During this time, in collaboration with fellow students, she organised many very successful cultural projects in the Merseburg – Leipzig region, and took part in countless seminars on Art history, culture and event management, and the Law pertaining to art. Within the framework of her final paper, she researched the reasons behind the absence of young people at art exhibitions.

She has been working since February 2019 as a scientific trainee at the New Art Society Aschaffenburg e.V., where she is involved in the preparing, running and support of art events.

Parallel to her traineeship, in 2019 she initiated and organised with three colleagues the cultural and educational “Fair Festival” in Mömlingen, with a focus on sustainability, gender justice and fair trade.